Ada Tepe (Südostrhodopen, Bulgarien) - ein Goldbergwerk der Späten Bronzezeit und Älteren Eisenzeit (ca. 1400-800/700 v. Chr.) an der Peripherie der frühgriechischen Welt. Erste Ergebnisse und Perspektiven.
Vom sagenhaften Gold Trojas und Mykenais geht eine besondere Faszination aus. Doch woher kam das begehrte Edelmetall? Bei aktuellen montanarchäologischen Forschungen in den Ostrhodopen auf dem Berg Ada Tepe (bei Krumovgrad, Südostbulgarien) wurde erstmals eine gesicherte Goldquelle der Spätbronze- und Älteren Eisenzeit an der Peripherie zur mykenischen und frühgriechischen Welt entdeckt – in einer Region, die auch in der Antike für ihren Metallreichtum bekannt war (Hom. Il. X, 430 ff.; Od. 9, 291 f.).
Im derzeit größten archäologischen Forschungsprojekt Bulgariens werden in einer interdisziplinären Vernetzung der ausdehnte Tagebau und zugehörige Siedlungsstrukturen erforscht. Erste Ergebnisse zur räumliche Struktur, zur Abbauweise (Tagebau, Untertagebau) und zur Gewinnungsweise (Feuersetzen, Mahlen, Pochen), auch zur eingrenzbaren Datierung (1400-800/70 v. Chr.) sowie zum zeitgleichen Kommunikationsnetz liegen vor (darunter auch erste Drehscheibenware aus dem mykenisch-ägäischen Bereich).
Mit dem Goldbergwerk auf dem Ada Tepe konnte erstmals eine gesicherte Goldquelle für die Spätbronze- und Ältere Eisenzeit an der nördlichen Peripherie der mykenischen und frühgriechischen Welt lokalisiert werden. Verglichen mit dem derzeit ältesten altweltlichen Goldbergbau in Sakdrissi (Georgien) kann der Berggoldabbau nun um etwa 3000 Jahre zurückdatiert werden. Nach wie vor rätselhaft ist das abrupte Ende dieser exorbitant reichen Goldlagerstätte um 800/700 v. Chr. Waren es ökologische Veränderungen, kriegerische Umstände oder eine Neuformierung der politischen Verhältnisse zu Beginn der griechischen Kolonisation?
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