Steinzeit im Schatten der Burg – Beginn der diesjährigen Transsilvanien-Kampagne

14.03.2019. Noch bevor nächste Woche zwei Busse mit Studierenden und Dozierenden der Archäologischen Wissenschaften nach Rumänien aufbrechen, fiel schon gestern der Startschuss für die diesjährige Prospektionssaison. Ein Vorauskommando begann mit der Erforschung der neolithischen Siedlungslandschaft um Rupea in Transsilvanien.

Dr. Carsten Mischka und Georg Schafferer M.A. vom Institut für UFG der FAU begannen am Dienstag in Zusammenarbeit mit Prof. Gheorghe Lazarovici (Universität Cluj) und Dipl. Ing. Silviu Gidan M.A. (Brasov) mit der Erschließung eines neuen Projektgebietes. Die Region um Rupea im Kreis Braşov ist als Durchgangsgebiet zwischen Transsilvanien und der osteuropäischen Ebene reich an Fundstellen vom Paläolithikum bis in die Neuzeit. Zudem steigerten Salzvorkommen schon zu urgeschichtlichen Zeiten die Attraktivität der Region. Allein in der Gemeinde Rupea sind bislang 12 archäologische Fundstellen bekannt. Besonders die reiche neolithische Besiedlungsgeschichte macht das Gebiet interessant als mögliches zukünftiges Vergleichsgebiet zur auf der Ostseite der Karpaten gelegenen Neamţ-Senke, die bereits intensiv durch das Erlanger Institut untersucht wird.

Am Beginn der zehntägigen Kampagne steht die geomagnetische Prospektion des Fundplatzes „Rupea 7“. Auf einem Sporn fanden sich hier bei Feldbegehungen und ersten Sondagegrabungen Überreste der frühneolithischen Starčevo-Körös-Criş-Kultur sowie der kupferzeitlichen Gruppen Petreşti und Ariuşd. Die Geomagnetik zeigt nun die Struktur der Siedlung mit an die hundert Behausungsbefunden in unterschiedlichen Erhaltungszuständen. Fast fünf Hektar sind bereits prospektiert, ohne dass die Grenzen der Siedlung schon vollständig erfasst wären. Für die nächsten Tage sind also noch viele interessante Befunde zu erwarten. (C. Mischka)