Startseite

Informationen

Allgemeines

Otto Hauser

Hausers „Opferstätte“

Laugerie-Intermédiaire ?

Die Fundstelle

Virtueller Rundgang

 

 

 

LAUGERIE-BASSE - LAUGERIE-INTERMEDIAIRE - LAUGERIE-HAUTE

© Engel, Züchner

 

Im Herzen des altehrwürdigen Périgord im Südwesten Frankreichs liegt der Ort Les Eyzies-de-Tayac am Ufer der Vézère. Mächtige Felsen rahmen das tief eingeschnittene Tal. Bis gegen 1900 ein unbedeutendes Städtchen mit einer Schlossruine und einem Bahnhof wird Les Eyzies heute zuweilen als Metropole der Altsteinzeit bezeichnet. Denn im Ort selbst und in seiner unmittelbaren Umgebung liegen zahlreiche weltberühmte Fundstellen, die eiszeitlichen Menschen und Kulturen ihren Namen gegeben haben: Cro-Magnon (Cro-Magnon-Mensch), La Madeleine (Magdalénien), La Micoque (Micoquien), Le Moustier (Moustérien), weiterhin aber auch zahlreiche berühmte Bilderhöhlen: Font-de-Gaume, Les Combarelles, Cap Blanc, Rouffignac, Lascaux und viele mehr.

 

 


Les Eyzies um 1867

 

Zwei Kilometer flussaufwärts, noch in Sichtweite von Les Eyzies, ragen die gewaltigen Felswände von Laugerie-Basse und Laugerie-Haute rund 70 Meter über das Tal der Vézère auf. Laugerie-Haute ist eine der größten und bedeutendsten Fundstellen der Region. Mehr als 10.000 Jahre hat das weit vorkragende Felsendach während der letzten Eiszeit den Menschen Schutz gewährt. Dann war es so stark verwittert, dass es zusammenbrach und die Bewohner in Laugerie-Basse eine neue Unterkunft suchen mussten.

 

 


Felsmassiv bei Laugerie-Basse um 1910

 

Ursprünglich besaß das Felsdach, der „Abri“ von Laugerie-Haute eine Länge von 180 Metern und eine Tiefe von bis zu 35 Metern. Im Laufe der Jahrtausende hatten sich bis zu 5 Metern Siedlungsschichten, Felsschutt und Felsbrocken aufgehäuft. Gewaltige Felsblöcke, die vor rund 14.500 Jahren herabgestürzt sind, teilen den Abri heute in eine östliche und eine westlich Hälfte: „Laugerie-Haute Ouest“ und „Laugerie-Haute Est“. Die Grenze bildet ein kleines, schlossartiges Gebäude, das im 17. Jahrhundert mitten in der Fundstelle errichtet worden war und das den gewachsenen Felsen als Rückwand nutzt.

 

 


Felsmassiv von Laugerie-Haute (Intermédiaire) um 1910

 

Vergeblich sucht man in der Fachliteratur nach einer „Laugerie-Intermédiaire“, in der die Erlanger Funde gefunden worden sein sollen. Der Name stammt von Otto Hauser, der das Gelände 1910 erworben hatte. Er verwendete den Begriff Laugerie Haute nur für den östlichen Teil des Abris (heute: L.-H. Est). Als Laugerie-Intermédiaire bezeichnete er die westliche Hälfte (L.-H. Ouest). Er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass es sich um einen eigenen Siedlungsplatz handelt, der zwischen Laugerie-Basse und Laugerie-Haute liegt. Dies schien ihm auch deshalb gerechtfertigt, weil er bei seinen Grabungen in den drei Stationen Reste aus ganz unterschiedlichen Epochen des Jungpaläolithikums angetroffen hatte. Im Gegensatz zum üblichen Sprachgebrauch zog er jedoch die Grenze nicht in der Mitte des Abris. Vielmehr rechnete er zu seiner Laugerie-Intermédiaire noch einen Teil von Laugerie-Haute Est, der hinter Felsblöcken verborgen und nur von Westen her entlang der Felswand zu erreichen war. Und hier lag wohl auch die „Opferstätte“, ungefähr dort, wo sich einige Felsbilder bis heute erhalten haben.

 

 


Felsmassiv von Laugerie-Haute (Intermédiaire) um 1910

 

 


Karte der Grabungen von Otto Hauser


Plan von Laugerie-Haute (Intermédiaire)

 

Startseite

Informationen

Allgemeines

Otto Hauser

Hausers „Opferstätte“

Laugerie-Intermédiaire ?

Die Fundstelle

Virtueller Rundgang