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Laugerie-Intermédiaire – Eine Opferstätte des Magdalénien?

 

15.000 Jahre alte Funde aus dem Tal der Vézère neu präsentiert in der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung der Universität Erlangen-Nürnberg.

 

Eine Ausstellung der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung der Universität Erlangen-Nürnberg.

Das Ausstellungskonzept wurde im WS 2002/2003 unter der Anleitung von Christian Züchner erarbeitet von Günther Bartholomé, Stefanie Beckert, Ulrich Engel, Marina Heller, Ingeborg Hohenester, Monika Kuschel, Frauke Nordmann, Wolf-Dieter Pfeiffer und Jürgen Swirzina.



Alle Fotos und Zeichnungen befinden sich im Archiv der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung der Universität Erlangen-Nürnberg. Weiterverwendung nur mit ausdrücklicher Genehmigung der UFG-Sammlung.


 

Unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges stieß der Schweizer Archäologe und Kunsthändler Otto Hauser in Laugerie-Intermédiaire, dem zentralen Teil der weltberühmten Fundstelle Laugerie-Haute bei Les Eyzies (Dordogne, SW-Frankreich) auf einen merkwürdigen Befund. Unter einem gewaltigen Felsblock entdeckte er eine mächtige Anhäufung von Geweihstangen und Tierknochen, Waffen und Geräten aus Rengeweih, Knochen und Feuerstein. Die Funde lagen auf einem Platz von rund 15 Meter Länge und 8 Meter Breite. Er war von Felsbrocken eingefasst, die mit Tierbildern und näpfchenartigen Vertiefungen ("Schalen") verziert waren. Eine große, sorgfältig mit Flusskieseln gepflasterte Feuerstelle bildete das Zentrum. Hauser erkannte in dem merkwürdigen Befund die "Opferstätte" eines urzeitlichen Priesters.

 

Prof. Dr. Leo Gerlach, Gründer der Erlanger "Anthropologisch-Prähistorischen Universitäts-Sammlung" erwarb bereits 1914 einen Großteil dieser Funde. Darunter befinden sich z.T. einzigartige Objekte. Als Otto Hauser 1914 Frankreich verlassen musste, blieben die Steinblöcke und die Dokumentation in Les Eyzies zurück. Sie gelten seitdem als verschollen. Auch die Erlanger Funde gerieten in Vergessenheit, obwohl sie 1972 von Hans Geer in einer umfangreichen Dissertation vorgelegt worden waren.

 

Die Funde aus Laugerie-Intermédiaire sollen in einer Sonderausstellung dem interessierten Publikum neu präsentiert und der internationalen Forschung im Internet bekannt gemacht werden.