Erdwerke und ein dreifacher Fundplatz – Abschluss der ersten Rupea-Kampagne

10.03.2019.  Nach einer Woche harter Arbeit ging gestern die erste Prospektionskampagne in Rupea (Kreis Braşov, Rumänien) zu Ende. In dieser Zeit wurde der Fundplatz Rupea 7 vollständig begangen, und der nur wenige hundert Meter entfernt gelegene Platz Rupea 4 ebenfalls zu einem großen Teil. Zusätzlich zur Gradiometerprospektion wurden für beide Fundplätze Geländemodelle und eine Orthomosaikkartierung angefertigt. Dabei kam erstmals die neue Drohne des Institutes zum Einsatz.

Die Ergebnisse der Prospektion übertrafen letztlich noch die Erwartungen, die nach den ersten Tagen ohnehin schon hoch waren. Für Rupea 7 kann nun beispielsweise rekonstruiert werden, dass sich eine ovalförmig angelegte Siedlung und eine etwas höher am Hang gelegene, ungeordnete Siedlung überlagern. Eingefasst wird der besiedelte Bereich von einem Grabensystem.

Rupea 4 stellte sich als Ansammlung von drei kleineren Plätzen heraus. Auf dem Beginn des fast einen dreiviertel Kilometer langen Sporns konnte geomagnetisch ein größeres Steingebäude mit umgebenden Gruben festgestellt werden. Auf der Spitze des Sporns fand sich eine von einem massiven Grabenwerk eingefasste Siedlung. Die per GPS eingemessenen Sammelfunde von S. Gridan zeigen zudem eine weitere Siedlung zwischen diesen beiden, auf der Mitte des Sporns. Dieses Areal konnte aber leider aufgrund des landwirtschaftlichen Bearbeitungsstandes nicht prospektiert werden.

Den Sammelfunden nach könnte die mittlere Fundstelle am ehesten in die Starčevo-Körös-Criş -Kultur fallen, während das Erdwerk vermutlich eine Siedlung der Ariuşd -Kultur einfasst. Hier müssen aber intensivere Untersuchungen Klarheit schaffen, ebenso wie für das Steingebäude. Für dieses liegt kein Fundmaterial vor, aufgrund von Lage und Ortsgeschichte kann aber am ehesten wohl von einer mittelalterlichen Struktur ausgegangen werden. (C. Mischka)