Jüngere Urgeschichte

Die Ablösung der mobilen, aneignenden Lebensweise durch ein produzierendes Wirtschaften, bei dem Ackerbau und Viehzucht von festen Siedlungen aus betrieben wird, markiert am Beginn der Nacheiszeit vor mehr als 10.000 Jahren den Übergang zur Jüngeren Urgeschichte (6. Jahrtausend bis 1. Jahrhundert v. Chr.). Vorratshaltung und mittelfristige Sicherheit der Nahrungsquellen sind Grundlagen für eine nachhaltige Zunahme der Bevölkerung, deren wachsende soziale Dichte technologische Innovationen und gesellschaftlichen Wandel nach sich zieht. Es kommt zur Ausbildung großer sozialer Netzwerke, in denen der Austausch bzw. Handel von Gütern nicht nur zu einer raschen Verbreitung neuer Werkstoffe wie Kupfer, Bronze und Eisen führt, sondern mitverantwortlich für eine zunehmende soziale Differenzierung ist. Die geänderte Siedlungsweise, die in großen Stückzahlen gegossenen und standardisierten Metallobjekte, der zunehmende Einfluss menschlicher Aktivitäten auf Vegetation, Wasserhaushalt und Tierwelt sowie das ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. in verschiedenen Regionen zu beobachtende Nebeneinander von urgeschichtlichen Gesellschaften und solchen mit Schrift und steilen sozialen Hierarchien erfordern einen von der Älteren Urgeschichte deutlich verschiedenen, eigenständigen Methodenkanon.

Dechselexperiment Ergersheim