Gradiometerprospektion einer linearbandkeramischen Siedlung bei Neusitz, Landkreis Ansbach in Mittelfranken

Prof. Doris Mischka

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Messbild von Neusitz mit Umzeichnung der Befunde (A. Niessner, Institut für Ur- und Frühgeschichte, FAU Erlangen-Nürnberg).

Mit Hilfe einer Gradiometerprospektion sollte eine archäologische Verdachtsfläche westlich der A7 und einer dort beim Autobahnbau partiell ausgegrabenen linearbandkeramischen Siedlung überprüft werden. 2014 führte das Institut für Ur- und Frühgeschichte in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und im Auftrag der Gemeinde Neusitz die Messungen im Rahmen einer Bachelorarbeit durch. Insgesamt wurden in zwei kurzen Kampagnen 13,8 ha Fläche erfasst.

Die Interpretation des Messbilds zeigt sich ein 2,3 ha großes vermutlich im frühen Neolithikum besiedeltes Areal. Die einzelnen Hausstandorte sind insgesamt schwierig zu erkennen. 16 Häuser lassen sich relativ sicher beschreiben, es ist aber mit mindestens doppelt so vielen zu rechnen. Die Grenze der Siedlung scheint nach Norden, Westen und weitgehend erfasst zu sein. Im Osten der Fläche wurde während des Autobahnbaus 1980-1981 ein Teil einer linearbandkeramischen Siedlung ausgegraben, die möglicherweise den östlichen Teil der in der Prospektion erfassten Siedlung bildet. Nach Süden dünnen die Befunde ebenfalls aus und die Siedlungsgrenzen scheinen erfasst zu sein.

Bislang sind in der Verwaltungsgemeinschaft von Rothenburg ob der Tauber erst wenige linearbandkeramische oder mittelneolithische Siedlungen näher erforscht. Die Siedlung von Neusitz ist vergleichsweise groß und es bleiben weitere Forschungen abzuwarten, um zu entscheiden, ob es sich um ein lokales Zentrum gehandelt haben könnte.

Beitrag von Andreas Niessner, 11.03.2016