Grabung und Prospektion in der Moldau nach der 3. Projektwoche

Scânteia 2016. Beginn Abtragung der verbrannten Lehmreste mit Holzabdrücken. Lehmbrocken des Hauses.Die vergleichsweise mächtige Überdeckung führte wohl dazu, dass das Haus (Loc. 14) sehr gut erhalten ist. Die Oberfläche des verbrannten Lehms ist nun vollständig freigelegt, wobei im Osten des Schnitts die Grenzen nicht ganz erfasst sind. Gheorghe Lazarovici hat begonnen, die verbrannten Lehmbrocken, die wahrscheinlich von den Wänden stammen umzudrehen und die Abdrücke der Hölzer in Richtung und Mächtigkeit zu erfassen sowie die Lehmmenge und den prozentualen Grad der Erhaltung abzuschätzen. Im nächsten Arbeitsschritt soll versucht werden, den verziegelten Fußboden freizulegen und zu sehen, ob weitere Befunde (Öfen, Feuerstellen etc.) und Gefäße in situ angetroffen werden können.
Mit Hilfe der Arbeiter konnte die Umgebung des Hauses untersucht und mehrere Gruben erfasst werden. Hier ist der Schnitt bereits auf mehr als 1,40 m unter der heutigen Oberfläche abgetieft.

Aufgrund der hohen Fundmengen von mindestens drei Schubkarren mit Fundtüten pro Tag, bleiben inzwischen zum Waschen und Entkalken der Scherben vier Teammitglieder in der Unterkunft, trotzdem ist es schwer, die Fundmengen in den Griff zu bekommen. Unter den Funden fallen vor allem die teilweise sehr großen und aufwändig bemalten Scherben der Gefäße auf. Kleinere Gefäße sind teilweise bis zur Hälfte erhalten. N. Bößl versucht eine Auswahl an Scherben im Profil zu zeichnen und in der Aufsicht zu fotografieren. Erste 3D-Aufnahmen mit SfM (Structure from Motion) sind auch in Arbeit.
Mehrere Statuettenfragmente von Frauenfiguren und auch von Tieren konnten geborgen werden. Silex kommt nur in Einzelstücken vor. Mahl- und Schleifsteinfragmente aus einem dichten Kalksandstein sind ebenfalls versintert und teils schwer zu erkennen. Ein knapp 2 cm langer dünner Kupferdraht stellt den ersten Metallfund dar.
Zur Zeit ist nicht klar, wie in den wenigen verbliebenen Arbeitstagen, die Grabung zum Abschluss gebracht werden kann.

 

Prospektion:
Nach der Fahrt nach Bukarest am 1.8.2016 zur Registrierung unserer Drohne blieben C. Mischka und G. Schafferer in Piatra Neamţ, um weitere Cucuteni-Fundplätze zu prospektieren und aus der Luft aufzunehmen. Am 1.8. hatte G. Schafferer zusammen mit zwei rumänischen Kollegen in Valeni, dem ersten jemals untersuchten Cucuteni-Fundplatz, einige Hausbefunde erfasst. In den kommenden Tagen wurde der Fundplatz Ghelăieşti trotz schwieriger Laufbedingungen vollständig untersucht, wobei N. Langer und B. Praschl die  Maßnahme zusätzlich unterstützten. Ghelăieşti ist der größte Cucuteni-Fundplatz in den Subkaparten, innerhalb eines fast 7 Hektar einfassenden, doppelten Grabenwerkes wurden im Magnetogramm 125 Hausgrundrisse erfasst. Gut erkennbar ist der Übergang von einem kleinteiligen, ungeordneten Siedlungsbild im Zentrum der Siedlung hin zu in radialen Strahlen angelegten Hausreihen in den äußeren Bereichen.

Parallel zu diesen Arbeiten wurden mit dem UAV hochauflösende Geländemodelle der bereits in früheren Kampagnen prospektierten Fundplätzen Izvoare, Raucesti, Valeni sowie Poduri, dem einzigen Cucuteni-Tell angefertigt.

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