Lehrgrabung in Simmelsdorf – St. Helena 2015

Studierende der archäologischen Wissenschaften bei der Arbeit

Seit 2011 führt das Institut für Ur- und Frühgeschichte Lehrgrabungen auf dem hallstattzeitlichen Grabhügelfeld in Simmelsdorf – St.Helena durch. Die diesjährige Kampagne sollte die Ausdehnung eines Hügels klären, der bereits seit 2013 ausgegraben wird. Zudem galt es, zu überprüfen, ob sich noch organische Überreste aus dem Grabkammerbereich bergen lassen.

Ein Team von etwa 15 Studierenden der archäologischen Wissenschaften unter Leitung von zunächst Prof. Dr. D. Mischka, später von Dr. L. Steguweit, unterstützt von Mitgliedern der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg, widmete sich mehrere Wochen der Beantwortung dieser Fragen.

Neben den traditionellen Arbeits- und Dokumentationsweisen, wie zum Beispiel dem Ausheben und Zeichnen von Profilen, das Freipräparieren der Befundoberfläche, dem Anlegen von Plana oder einfach nur Schubkarren schieben, wurde nun für Erlanger Maßnahmen erstmalig auch mit mehreren Computern und einer Drohne mit 4K Kamera vor Ort gearbeitet. Die digitalen Daten wurden anschließend genutzt, um hochauflösende 3D-Modelle der Befunde und der Hügeloberfläche zu erstellen.

 

 

Diese konnten dann als Zeichenvorlage, als Basis für die Erstellung von entzerrten Fotographien, zum Abnehmen von Maßen sowie für die Anlage virtuelle Schnitte durch die Befunde, genutzt werden.

Während der Kampagne konnte der gesamte Grabhügel mit einem Durchmesser von ca. 20m freigelegt werden. Hierbei kam heraus, dass die Steinpackung des Hügels zusätzlich von einem Steinplattenring umgrenzt ist. Darüber hinaus konnten mehrere Nebenbestattungen in Form kleinerer Steinsetzungen um die Hauptbestattung herum lokalisiert werden so wie organische Funde aus der zentralen Bestattung geborgen werden. Aufgrund dieser besonders gut überlieferten Befundes sowie der ungewöhnlich guten organischen Erhaltung sollen nun auch in den nächsten Jahren weitere Lehrgrabungen an diesem Platz folgen.