Archiv des Autors: Florian Sauer

Kulturverlust: Ausstellung zur Zerstörung Archäologischer Kulturgüter. Lange Nacht der Wissenschaften 24. Oktober 2015

kulturverlust_lndw_ufBilder von zerstörten oder massiv bedrohten antiken Stätten laufen seit Wochen durch die Presse. Die Gefahr geht dabei von unkontrollierbaren Naturgewalten oder kriegerische Handlungen aus, aber auch von ideologisch geprägten Gruppen die gezielt versuchen, das historisch-kulturelle Gedächtnis auszulöschen. Weniger erschreckend aber gleich bedrohlich sind stadtplanerische Bauprojekte, der Ausbau von Verkehrstrassen oder das Erschließen weiträumiger Flächen. Weiterlesen

3. Juni 2015: Martin Furholt: Sozialer Wandel und Zeichenwirkung

furholtDie Expansion neolithischer Siedlungen erreicht Mitte des 7. Jahrtausends Westanatolien und Griechenland. Diese erste Neolithisierung Europas ist ein erklärungsbedürftiges Phänomen, da ihr eine lange Phase der Stagnation vorausgeht. Während Klima und demographische Faktoren bei dieser Mobilisierung bisher ortskonstanter Gruppen eine Rolle gespielt haben, sollen hier vor allem innergesellschaftliche Entwicklungen im Mittelpunkt des Interesses stehen. Weiterlesen

12. Juni 2015: Exkursion des Fördervereins ins Limeseum & Ipf b. Bopfingen

Ruffenhofen (2)Der Förderverein der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung plant in diesem Jahr für seine Mitglieder und für interessierte Studierende eine Tagesexkursion in das LIMESEUM zum Römerpark Ruffenhofen und eine Wanderung mit Führung auf dem Ipf bei Bopfingen (Eisenzeitliche Siedlung). Die Anmeldeinformationen finden Sie nach dem Weiterlesen-Tag. Weiterlesen

20. Mai 2015: Nadine Huber: Bemalte Steine aus dem Magdalénien der Klausenhöhlen bei Essing im Altmühltal

Bei Ausgrabungen in den Klausenhöhlen bei Essing im Altmühltal (Bayern, Deutschland) wurden zu Beginn des 20. Jahrhundert drei bemalte Steine aus dem Magdalénien entdeckt. Zwei weitere Stücke konnten bei einer erneuten Durchsicht der Funde in der Archäologischen Staatssammlung München gefunden werden. Die Stücke tragen Farbspuren in Form von Doppelpunktreihen oder Streifen. 2012 betraute Harald Floss Nadine Huber im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Universität Tübingen mit der Aufgabe die bemalten Steine aus den Klausenhöhlen zu bearbeiten. Weiterlesen

6. Mai 2015: Julia Blumenröther: Die Mäanderhöhle – eine Analyse paläolithischer Höhlenkunst in Bayern

Paläolithische Höhlenkunst ist vor allem aus Westeuropa wie Frankreich und Spanien, aber auch aus England, Italien, Rumänien und dem Ural bekannt. Einen sicheren Beleg für paläolithische Höhlenkunst in Deutschland gibt es bislang nicht. Auch die seit 2011 einer breiten Öffentlichkeit bekannte Mäanderhöhle bei Bamberg konnte den wissenschaftlichen Untersuchungen nicht standhalten. Mit Hilfe einer merkmalanalytischen Aufnahme sowie einer Mikroskopie der Spuren konnte festgestellt werden, dass die sog. „Linien“, die ursprünglich als paläolithische Gravierungen interpretiert wurden, zu einem großen Teil keine Gravierungen sein können und auf einen natürlichen Entstehungsprozess zurückgeführt werden müssen. Am Beispiel der Mäanderhöhle wird deutlich, wie wichtig der wissenschaftliche Umgang mit dem Thema Höhlenkunst – nicht nur in Deutschland – ist.

22. April 2015: Olaf Jöris & Sabine Gaudzinski-Windheuser: Frauenbilder der Altsteinzeit — Stile und Botschaften

joerisDarstellungen von Frauen stellen einen bedeutenden Teil im Corpus altsteinzeitlicher Kunst. Sie zeugen von der Selbstwahrnehmung des Menschen und der Auseinandersetzung mit der Frage nach seinem Platz in der Welt. Doch wurden in der Geschichte der Forschung zumeist recht stereotype Deutungen und Interpretationen der Frauendarstellungen der Altsteinzeit vorgelegt, die der beachtlichen Heterogenität der Abbildungen und Stile nicht gerecht werden. Während einige Darstellungen als mitunter recht detailgetreue Abbilder zu verstehen sind, galten andere Darstellungskonventionen unzweifelhaft der symbolhaften Vermittelung komplexer Inhalte und Botschaften. Der „Erfindung des Symbols“ kommt damit als „sozialer Kittmasse“ eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu: Und nicht zuletzt scheint auch der Erfolg der späteiszeitlichen Expansion im späten Magdalénien über ganz West- und Mitteleuropa wesentlich von Symbolen mitgetragen zu sein.

Projektkampagne: Diachrone Landschaftsarchäologie im Spätneolithikum und in der Kupferzeit in der Moldau (Modova), Rumänien

Diachrone Landschaftsarchäologie im Spätneolithikum und in der Kupferzeit in der Moldau (Modova), Rumänien, Prof. Dr. Doris Mischka und Dr. Carsten Mischka

Bericht über Prospektionskampagne 22. Februar bis 24.März 2015 von Carsten Mischka:

Rückkehr nach erfolgreicher Rumänien-Kampagne
Der Vorbereitung neuer Ausgrabungs- und Forschungsprojekte in Rumänien diente die mehr als vierwöchige Prospektionskampagne eines Teams des Institutes für Ur- und Frühgeschichte in diesem Februar und März. Dr. Carsten Mischka und die Studenten Imren Tasimova, Merlin Hattermann und Andreas Niessner konnten im Laufe dieser Reise mit dem institutseigenen Gradiometer erfolgreich Begehungen auf neun Fundplätzen in der Moldau, der Dobrudscha sowie in Transsylvanien durchführen. Dies geschah in Kooperation mit Kollegen des Instituts für Archäologie Iași sowie des Historischen und Archäologischen Museums Piatra Neamț, des Iulian Antonescu-Museums in Bacău, des Institutes für Archäologie der Universität „1. Dezember“ in Alba Iulia sowie des Transsilvanischen Nationalmuseums für Geschichte in Cluj.

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28. Januar: Gerhard Trnka & Michael Brandl: Breaking the Past. Steinrohstoffe und ihr Aussagepotential

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Dieser Vortrag ist im Bereich der Herkunftsbestimmung lithischer Rohmaterialien für geschlagene Steingeräte (Hornstein, Feuerstein, etc.) angesiedelt. Aus diesen Rohstoffen hergestellte Artefakte sind zeitunabhängige Kulturträger, und stellen in vielen Fällen die einzigen greifbaren materiellen Überreste prähistorischer Zivilisationen dar. Die Bestimmung der Herkunft der Steinrohmaterialien ermöglicht es ArchäologenInnen, sozio-ökonomische Phänomene zu rekonstruieren, Versorgungsstrategien mobiler und sesshafter Gesellschaften nachzuvollziehen und Netzwerke auf unterschiedlichen sozialen Ebenen zu beleuchten.

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