4. Juni 2014: Andreas Maier M.A.: Räumliche Variabilität im mitteleuropäischen Magdalénien

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Das Magdalénien ist wohl die besterforschteste Periode des europäischen Jungpaläolithikums. Bisher wurde diese archäologische Kultur, deren Träger das während des letzten Kältemaximums weitgehend menschenleere Mitteleuropa wiederbesiedelten, als homogene Einheit gesehen. Neuere Forschungen weisen jedoch darauf hin, dass es zu dieser Zeit mehrere Regionalgruppen mit eigenen Territorien gab, die unterschiedlich strak mit ihren Nachbarn vernetzt waren. Zudem scheint es im Lichte der neuen Analyseergebnisse so, dass der Wiederbesiedlungsprozess nicht – wie bisher angenommen – eine unidirektionale Ausbreitung aus Südwestfrankreich, sondern vielmehr eine bidirektionale Ausbreitung darstellt. Während die Gruppen aus Südwestfrankreich sich bis ins westliche und südliche Deutschland ausbreiteten, wurde das Gebiet von Polen bis Ostdeutschland durch Gruppen aus dem Osten aufgesiedelt.